Stein 2022

Stein 2022
oder
Die Wahrheit über Tomaten

Corona hatte zwei Termine platzen lassen, aber am Freitag, den 10. Juni war es soweit – der 20. Ausflug des Shinson Hapkido Dojang Wandsbek nach Stein konnte beginnen.

Wir – Caro, Annette, Fred und ich – trafen uns am Freitag um kurz vor 13 Uhr auf dem Wochenmarkt am Wandsbeker Quarree. Caro und Annette hatten bereits einen Teil der Einkäufe für das Wochenende auf dem Markt erledigt. Dass dabei Tomaten gekauft worden wären, kann ich nicht bestätigen.
Um 13:15 fuhren wir los und noch vor 15 Uhr erreichten wir unser Ziel – das Ostseeheim Stein, sehr idyllisch gelegen direkt am Deich mit Blick auf die Kieler Förde.

Während Annette und Caro zum örtlichen Markendiscounter fuhren, um auch den Rest der sehr umfänglichen Einkaufsliste abzuarbeiten, warteten Fred und ich auf die übrigen Teilnehmer – insgesamt waren wir 25 Personen im Alter von 6 bis 64. Erster Programmpunkt nach Ankunft und Beziehen der Zimmer war um 19:30 das traditionelle Abendbuffet, für das alle etwas zu Hause Zubereitetes beisteuerten.
Ich habe keinerlei Erinnerung an weitere Tomaten, die für das Buffet noch extra mitgebracht worden wären.

Danach halfen alle beim Abräumen und Küche aufräumen – und Jonas, mit 6 Jahren der jüngste Teilnehmer, entdeckte die großküchengerechte Spülstation mit Vorspülspritze und über einen großen Hebel zu bedienender Spülmaschine. Damit war die Frage, wer die Maschine bedient, für den Rest des Wochenendes entschieden. Ich sage nur „Waidmannsheil!“

Abends hatten wir viel Zeit für Klönen und Genießen des Sonnenuntergangs über dem Wasser der Förde.

Samstag
Um 6:30 ertönte der Gong. Wer wollte, konnte ab 7:00 im großen Saal meditieren. Einfach sitzen und die Gedanken fließen lassen. Um 7:30 dann eine Viertelstunde Gymnastik in der Morgensonne auf dem Deich. Wer wollte, konnte auch noch eine Runde joggen gehen, aber Laufen ist nicht meine Stärke und so begab ich mich in die Küche und half bei der Frühstücksvorbereitung. Zwei der jugendlichen Teilnehmer holten vom Bäcker auf der anderen Straßenseite leckere Brötchen und wir machten viel Kaffee und auch ein bisschen Tee. Eier zum Frühstück gab es weniger und später als geplant, aber Tomaten sollen hübsch drapiert mit auf dem Büffet gestanden haben. Woran ich mich aber nicht erinnern kann.

Von 10:00 bis 12:00 fand das erste Training statt. Nun fragen sich manche LeserInnen vielleicht: Was trainiert man denn beim Shinson Hapkido? Grundsätzlich ist Hapkido ein koreanischer Kampfsport und wie bei so vielen asiatische Kampfkünsten gibt es auch beim Hapkido verschiedene Stile und Traditionen. Beim Shinson Hapkido geht es weniger um Kampf und Wettbewerb und mehr um die Gemeinschaft der Trainierenden und die Freude an der Bewegung. Ich selbst habe vor 1 Jahr mit dem Training begonnen (hatte vorher allerdings schon mehrere Jahre am Gymnastiktraining, genannt Kidoin, teilgenommen), um mich mehr und umfassender zu bewegen. Wie viele Gelegenheiten ergeben sich im Alltag eines über 50jährigen, bei denen er Rückwärtsschulterrollen machen oder gegen eine Pratze treten kann? Nicht sehr viele …

Um 12:30 gab es zum Mittagessen Nudeln mit roter Soße – ob für die Herstellung dieser Soße Tomatenprodukte verwendet wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Nach Pause und Verdauung dann von 16:00 bis 18:00 Training mit Fred, Marianne und Uwe, aufgeteilt nach Gürtelstufen. Ich stehe noch am Anfang, auf dieser ersten Stufe werden die grundlegenden Tritt- und Handlösetechniken trainiert. Außerdem lernt man das richtige Fallen – vorwärts, rückwärts und seitwärts, meist in Kombination mit einer Rolle über die Schulter. Was auf Rasen und der etwas geneigten Deichfläche deutlich herausfordernder ist als auf Matten in der Halle (jedenfalls für mich). Ziemlich am Ende plumpste ich etwas ungeschickt auf mein Steißbein und spüre auch heute – 2 Wochen später – noch meine Knochen. Aber es hat trotzdem riesigen Spaß gemacht.
Um 18:30 gab es dann Abendessen. Hier sollen wieder Platten mit Tomaten und Gurken gesehen worden sein. Aber nicht von mir.

Sonntag
Nach dem reichhaltigen – und angeblich auch tomatenlastigen – Frühstück stand das traditionelle Gruppenfoto auf dem Deich an, danach gab es dann noch Training für alle – nicht nur die Mitglieder des Dojang, sondern auch alle anderen TeilnehmerInnen. Das bedeutet zunächst ein bisschen Mannschaftssport mit Urs, der Unke – zwei Mannschaften versuchen, eine große Gummikröte im Feld der jeweils anderen Mannschaft zu halten und schließlich über die Torlinie zu werfen. Danach gab es noch spielerisches Gehirnjogging mit vielen Bällen und verwirrenden Spitznamen.

Derweil hatte Caro sich um das Mittagessen gekümmert. Erstmalig gab es keine Pizza, sondern Pellkartoffeln mit Dips, sehr lecker. Darunter auch einen großen Topf mit dem Rest der roten Soße vom Vortag. Da waren aber bestimmt keine Tomaten drin, oder?

Und dann war das Wochenende schon vorbei. Es war soooo schön. Ich werde es wieder tun und hoffe, dass Ihr, liebe LeserInnen, auch mit dabei seid.

Liebe Grüße
Heiko

PS: Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass ich kein Problem mit Tomaten habe. Nein, im Gegenteil, ich liebe Tomaten. Einige meiner besten Freunde sind Tomaten. Ich selbst bin jahrelang eine Tomate gewesen.

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